Achtsamkeit und die Kunst des Scheiterns

Veröffentlicht: 1. März 2011 in Schritte, Heldenreise
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Achtsamkeit ist ein universelles Geschenk! Wir müssen weder spirituell, noch religiös sein, um von ihr bereichert zu werden.

Unser Geist, unser Bewusstsein ist mit dem Internet vergleichbar – nennen wir es „Innernet“. Ein konstanter Strom vieler Informationen im Social Network unseres neuronalen Netzwerks. Beständig flitzen die Gedanken in vielschichtigen Tabs – planen, imaginieren, analysieren, optimieren, konsumieren, produzieren…..

Die Einübung in die Achtsamkeit lässt uns im Innernet surfen. Wir nehmen einfach die Wellenbewegungen in unserem Bewusstseinsmeer wahr, halten uns nicht zu lange mit einer speziellen Welle (einem Gedanken auf), lassen sie kommen, lassen sie gehen, fallen vom Surfboard, trudeln im Wasser, steigen wieder auf, surfen weiter.

Die Übung der Achtsamkeit braucht keine komplizierten Beinverrenkungen und beeindruckenden Meditationsposen. Wir können auch einfach auf der Couch, im Bett oder in der Badewanne damit beginnen, im Innernet zu surfen. Langsam werden wir uns immer mehr der vielen Nuancen unseres Geistes bewusst. Wir werden bewusster, achtsamer, gelassener.

Die scheußlich schöne Schattenseite der Achtsamkeit ist die zunehmende Achtsamkeit darüber, wie unachtsam wir eigentlich sind. Wie viele Male wir daneben hauen, durch unsere Unbewußtheit jemanden verletzten, einen Ego Trip fahren, Fehler machen, Chancen verpassen, nicht das ausgelebt haben, was wir tief innerlich hätten leben können. Je achtsamer wir werden, desto schlimmer wird es. Nicht verwunderlich, wenn wir uns dann lieber wieder in die Unbewußtheit, den Eskapismus, das „Weg machen“ einüben wollen.

Hier braucht es eine zweite Übung: Die Kunst des Scheiterns. Man verzeihe die vulgäre Analogie: aber wir sind als Menschen erst eine Furzlänge in der Evolution. Wir wissen, dass da noch viel Potential in uns steckt, doch braucht es noch (vieeel) Zeit und Übung, bis sich das Potential voll entfaltet hat. Wir werden scheitern und scheitern – als Individuen, Organisationen, politische Systeme. Kunstvoll Scheitern bedeutet enormes Wachsen. So, wie wir bei der Einübung der Achtsamkeit die Gedanken kommen und gehen lassen, so lassen wir unser beständiges Scheitern kommen und gehen…in der mitfühlenden Selbstvergebung und Vergebung der Anderen.

Achtsamkeit und die Kunst des Scheiterns – hier und heute übe ich sie Schritt für Schritt, von Moment zu Moment weiter ein…….

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Kommentare
  1. theelementor sagt:

    Es scheint, als würde dich die besondere Lebensweise auf dem Festland Sapientia inspirieren. Du merkst, dass es an diesem Reisepunkt einen Schritt tiefer geht.

    Du hast mir die Resultate deiner beiden Tagesquests von Gestern privat zukommen lassen.
    Alles in Allem hast du sie gut gelöst – wenngleich auch ein wenig halbherzig. Daher „nur“ 150 Erfahrungspunkte.

    Die heutigen 2 Tagesquests:

    Die innere Quest:
    Sind die beiden von Gestern zusammengeführt, da sie im Grunde Eins sind. Übe dich erneut in ihnen ein.
    Belohnung: 100 Erfahrungspunkte

    Die äußere Quest:
    In der letzten Woche hast du über dein ungutes Gefühl mit deiner beruflichen Website gesprochen – deine weiterführende Visit(en)karte. In der Aquise neuer Projekte, Aufträge, Kooperationen fühlst du dich blockiert, weil du dich mit deinen virtuellen Geschäftsräumen nicht repräsentiert fühlst und sie für „Geschäftsschädigend“ hältst. Viele Anläufe, deine Site umzubauen sind bisher gescheitert.

    Beginne neu! Was, wenn du hier und jetzt ganz frisch eine Website für dein Blissness aufbauen würdest ?
    100 Erfahrungspunkte für den Beginn

    Viel Freude

  2. philzinser sagt:

    Heute morgen lief mir (natürlich rein zufällig) ein interessanter Artikel über die „Introvision“ über den Weg:

    Fasziniert haben mich darin folgende Sätze:

    –> Bei der Introvision geht es darum, sich gedanklich unangenehmen Gefühlen so lange auszusetzen, bis sie ihren Schrecken verlieren. „Wenn man weiß, was so schlimm daran ist, eine Rede zu halten“, sagt die Forscherin, „kann man das Gefühl entkoppeln und frei reden.“

    –> Bereits nach elf Sekunden aufmerksamen Beobachtens der eigenen Gefühle sinkt der Erregungspegel in der Amygdala, dem Angstzentrum des Gehirns, haben Zürcher Forscher herausgefunden.

    Den ganzen Artikel gibt es unter: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,746837,00.html

    Werde mir mal meine kleinen Angst-Monster vornehmen und schauen, ob sie einer 11-Sekunden-Achtsamkeit standhalten. Vielleicht scheitere ich ja sogar daran! 🙂

    • andreboeing sagt:

      Danke für den Link, Phil ! Passte ja (zufällig) sehr gut 🙂 (Synchronizität)

      Im Spiegel Artikel gab es auch diese Stelle:
      „Das „konstatierende Wahrnehmen“ der Introvision basiert auf ähnlichen Prinzipien wie das Achtsamkeitstraining “

      Right on ! Weiter geht´s……:)

  3. andreboeing sagt:

    @TheEleMentor
    Ich habe die Strichliste der Zerstreuungen/Unzentriertheiten und der „Gegenmaßnahmen“ durch die kleinen Rituale weiter geführt.

    Am Nachmittag konnte ich beobachten, dass die Zerstreuungen rapide zunahmen und meine Maßnahmen rapide abnahmen.

    Habe auch die Zeit uneingeschränkter Aufmerksamkeit auf meine Projekte mit der iPod App (siehe Kommentar gestern) gemessen und mir die Reports anzeigen lassen. Nicht die Messdaten waren so interessant – das Messen selbst hat meine Achtsamkeit über das „Wie arbeite ich?“ erhöht. Darum ging es wohl auch.

    Ein 1., sehr schlichter Entwurf für die neue Bizz Website ist fertig.

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