Mit ‘Scheitern’ getaggte Beiträge

Achtsamkeit ist ein universelles Geschenk! Wir müssen weder spirituell, noch religiös sein, um von ihr bereichert zu werden.

Unser Geist, unser Bewusstsein ist mit dem Internet vergleichbar – nennen wir es „Innernet“. Ein konstanter Strom vieler Informationen im Social Network unseres neuronalen Netzwerks. Beständig flitzen die Gedanken in vielschichtigen Tabs – planen, imaginieren, analysieren, optimieren, konsumieren, produzieren…..

Die Einübung in die Achtsamkeit lässt uns im Innernet surfen. Wir nehmen einfach die Wellenbewegungen in unserem Bewusstseinsmeer wahr, halten uns nicht zu lange mit einer speziellen Welle (einem Gedanken auf), lassen sie kommen, lassen sie gehen, fallen vom Surfboard, trudeln im Wasser, steigen wieder auf, surfen weiter.

Die Übung der Achtsamkeit braucht keine komplizierten Beinverrenkungen und beeindruckenden Meditationsposen. Wir können auch einfach auf der Couch, im Bett oder in der Badewanne damit beginnen, im Innernet zu surfen. Langsam werden wir uns immer mehr der vielen Nuancen unseres Geistes bewusst. Wir werden bewusster, achtsamer, gelassener.

Die scheußlich schöne Schattenseite der Achtsamkeit ist die zunehmende Achtsamkeit darüber, wie unachtsam wir eigentlich sind. Wie viele Male wir daneben hauen, durch unsere Unbewußtheit jemanden verletzten, einen Ego Trip fahren, Fehler machen, Chancen verpassen, nicht das ausgelebt haben, was wir tief innerlich hätten leben können. Je achtsamer wir werden, desto schlimmer wird es. Nicht verwunderlich, wenn wir uns dann lieber wieder in die Unbewußtheit, den Eskapismus, das „Weg machen“ einüben wollen.

Hier braucht es eine zweite Übung: Die Kunst des Scheiterns. Man verzeihe die vulgäre Analogie: aber wir sind als Menschen erst eine Furzlänge in der Evolution. Wir wissen, dass da noch viel Potential in uns steckt, doch braucht es noch (vieeel) Zeit und Übung, bis sich das Potential voll entfaltet hat. Wir werden scheitern und scheitern – als Individuen, Organisationen, politische Systeme. Kunstvoll Scheitern bedeutet enormes Wachsen. So, wie wir bei der Einübung der Achtsamkeit die Gedanken kommen und gehen lassen, so lassen wir unser beständiges Scheitern kommen und gehen…in der mitfühlenden Selbstvergebung und Vergebung der Anderen.

Achtsamkeit und die Kunst des Scheiterns – hier und heute übe ich sie Schritt für Schritt, von Moment zu Moment weiter ein…….